Onyx – Magazin für nachhaltiges Wissen, Mai Ausgabe 2016, neue City Trees in Dresden

City Tree

Gute Luft – da sind die Dresdner Waldmeister

Die Hunde scheinen beleidigt. Nur weg hier; das ist vielleicht grün, aber doch kein richtiger Baum! Wenn die wüssten. Das sonderbare Objekt ist nicht ein Baum, sondern 275 Bäume, ein Wald. Ein Wald ohne Bäume, aber mit demselben Effekt für die Reinigung der Luft, genannt »City Tree«. Entwickelt und erfunden von einem jungen Dresdner Start-up namens Green City Solutions, bestehend aus einem Architekten, einem Biologen, einem Maschinenbauer und einem IT- und Finanzfachmann – Freunde, sie sich seit Jahren kennen.

Das Geheimnis des City Trees ist zum einen die Bepflanzung. Sie besteht aus Deckbepflanzung mit Laub- und Nadelgehölzen, Stauden, Gräsern, die auf einer Mooskultur wachsen. Zum anderen aus der Anlagentechnologie. Der City Tree sammelt Regenwasser und Sonnenkollektoren versorgen ihn mit Elektrizität; dadurch ist der Stadtwald autark. Beides zusammen erzeugt vielseitige Effekte zur Verbesserung der Stadtluft. Die Deckbepflanzung erzeugt Sauerstoff und entzieht der Luft Stickoxide und CO2; das Moosgeflecht bindet Feinstaub; in heißen Sommermonaten wirkt der City Tree durch die Verdunstungs- und Verschattungsleistung kühlend auf seine Umgebung.

1682 einzelne Pflanzentöpfe stecken in den 15 Quadratmeter Pflanzfläche – diebstahlgesichert. Sensoren steuern die Bewässerung – der Wartungsaufwand ist gering. Dénes Honus, CEO von Green City Solutions: »City Trees stehen schon in Oslo* und einigen Städten Sachsens. Bald folgen Hong Kong und weitere europäische Städte. Außerdem hatten wir schon mehrere temporäre Einsätze. Das Interesse ist riesig.« Die Begeisterung auch: Der City Tree hat schon mehrere Preise gewonnen.

pb, erstellt: 24.05.2016