Neue Fasern für die Stoffe von morgen

Fasern für Stoffe von morgen

T -Shirts aus saurer Milch, Hosen aus Brennnesseln, Lederjacken aus Lachshaut, Blusen aus Algen – immer mehr Hersteller experimentieren mit alternativen Fasern. Eine Modenschau der Stoffe von morgen und die Frage: Warum brauchen wir Alternativen?

Viermal so viele Kleidungsstücke wie 1980 hängen in deutschen Kleiderschränken. Zwanzig Prozent davon werden im Schnitt nie getragen. Zwischen 2000 und 2010 hat sich der Textilkonsum um 47 Prozent gesteigert. »Fast Fashion« heißt der Trend: Firmen kopieren die Outfits, die eben noch auf den Laufstegen präsentiert wurden, lassen sie in Billigstlohnländern herstellen und verscherbeln sie zum Spottpreis. Statt Winter-, Frühjahrs-, Sommer- und Herbstkollektion sind bis zu zwölf Kollektionen die Regel. Dieser grenzenlose Kleiderkonsum und das Verramschen haben ihren Preis. Bezahlt wird in Gesundheitsschädigung, Ausbeutung und Umweltzerstörung in den asiatischen Erzeugerländern, wo laut Greenpeace 90 Prozent der Kleider produziert werden. Arbeiter hantieren ohne ausreichenden Schutz mit giftigen Chemikalien beim Ernten der Fasern, beim Weben, Färben oder Ausrüsten. Etwa 20 000 Chemikalien kommen weltweit während der Textilproduktion zum Einsatz – ein Drittel des gesamten Chemieeinsatzes aller Industrien.

»Cocktail hochgiftiger Stoffe«

Viele Chemikalien sind langlebig, giftig und reichern sich an. Einmal im Kreislauf, genügen schon geringe Konzentrationen, um Schäden anzurichten. Der Greenpeace-Report »Schmutzige Wäsche« zeigte 2011: Abwässer unweit  chinesischer Textilfabriken sind ein »Cocktail hochgiftiger Stoffe«, zwei Drittel der chinesischen Gewässer sind kontaminiert. Auch deutsche Gewässer unweit von Kläranlagen sind nicht rein. Wäscht der Verbraucher seine chemisch geweichte, knitterfreie, schmutz- und wasserabweisende Kleidung, lösen sich Chemikalien und gelangen übers Abwasser in die Kläranlagen. Selbst moderne UV- oder Aktivkohlefilter schaffen es nicht, die Stoffe komplett herauszufiltern. In den Folge-Gewässern werden diese zwar stark verdünnt, können sich aber anreichern. Fische mit männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen wurden bereits darin entdeckt. Was an Chemie nicht im Wasser landet, landet auf der Haut.

Sneakers aus Lachs, Design: Paul Smith, Hersteller: Nanai aus Deutschland, Produktion ohne Verwendung von Chrom (www.salmo-leather.de)

Sneakers aus Lachs, Design: Paul Smith, Hersteller: Nanai aus Deutschland, Produktion ohne Verwendung von Chrom www.salmo-leather.de

Im Jahr 2050 sollen auf der Welt rund zehn Milliarden Menschen leben. Alle werden sich kleiden wollen. Woher die Fläche nehmen, um Baumwolle anzubauen, und all das Wasser dafür? Sollen wir besser Chemiefasern tragen, Polyester etwa? Gleichzeitig gilt es aber doch, den Erdölverbrauch zu senken… Seit 1992 hat sich der Verbrauch von Chemiefasern fast verdreifacht. Das Interesse an Baumwolle ist nur leicht gestiegen, Wolle ist weniger gefragt als noch vor zwanzig Jahren. Elke Hortmeyer von der Bremer Baumwollbörse schätzt den Faserbedarf so ein: »Im Moment sind unsere Baumwollbestände noch gut gefüllt. Langfristig wird Baumwolle aber den steigenden Bedarf nicht decken können. Die Flächen sind begrenzt.« Derzeit produziert Indien am meisten, gefolgt von China, den USA, Pakistan und Brasilien. Der Anteil der Chemiefasern liegt im Moment bei etwa 70 Prozent.

Das Wort von der »Slow Fashion« macht die Runde: Seltener kaufen, länger tragen. Vielleicht auch mal Second Hand. Produktion und Handel dürften daran genauso wenig interessiert sein wie die Konsumenten.

Baumwolle ist erst mal sympathisch – Naturmaterial, nachwachsende Ressource. Für die Herstellung einer Jeans sind allerdings rund 10 000 Liter Wasser nötig. Etwa 80 Prozent davon verschlingt der Anbau der Baumwolle, wie es in einem Bericht der Unesco heißt. Wasser ist aber gerade in den typischen Baumwollregionen eine knappe Ressource. Der Aralsee ist wegen des Baumwollanbaus vom viertgrößten See der Welt in den 60er-Jahren auf ein Achtel geschrumpft. Konventionelle Baumwolle wird in Monokulturen angebaut und dadurch anfälliger für Schädlinge. Experten schätzen, dass rund 25 Prozent des weltweiten Insektizid- und zehn Prozent des Pestizidmarkts auf den Baumwollanbau entfallen. Die Folgen: Der Staub der ausgetrockneten Flächen des Aralsees ist durch die chemisch stabile und hochgiftige Verbindung TCDD belastet. Durch die Hilfsmittel wird auch das ökologische Gleichgewicht gestört und das Grundwasser vergiftet. Fürs leichtere maschinelle Ernten werden die Plantagen in manchen Ländern mit Entlaubungsmitteln besprüht. Über die Risiken wissen die Bauern wenig.

Die vielgescholtenen Kunststoffe  haben auch ihre Vorteile

In den 50er-Jahren revolutionierten Chemiefasern den Textilmarkt, etwa Polyester und Nylon. Viele basieren auf Rohöl; nicht jeder mag das auf der Haut tragen. Und wenn das Kleidungsstück aussortiert wird, ist es Sondermüll. Biologisch nicht abbaubar. Chemiefasern haben allerdings den Vorteil, dass der Anbau entfällt – und damit auch Düngen, Flächenverbrauch und Bewässerung. Zudem kann die Faser gezielt mit Eigenschaften erzeugt werden, die das T-Shirt später haben soll. Es muss nicht hinterher noch großartig chemisch nachgerüstet werden. Selbst Färben kann entfallen, wenn die Faser schon in der entsprechenden Farbe erzeugt wurde.

Weil sowohl Baumwoll- als auch Chemiefasern ihre Nachteile haben, wird überall mit alternativen Fasern experimentiert. Im Fokus stehen Recycling und Verwertung. Vermehrt kommen alternative Fasern auf den Markt, die aus Nebenstoffströmen der Lebensmittelindustrie gewonnen werden. Zero-Waste-Konzepte, Stoffkreisläufe ohne Abfall, sind im Trend. Nachhaltige Textilfasern gelten der Branche als Wachstumsträger. Oftmals wird auch von »Smart textiles« gesprochen, die gesundheitsfördernde Nebenwirkungen haben sollen.

Rezept für Allergiker: Saure Milch  und eine Nudelmaschine

Eine solche Textilfaser-Tüftlerin ist Anke Domaske. Die blonde Frau Anfang dreißig ist studierte Mikrobiologin – Hauptfach Bakterien und Schimmelpilze – und war vor ein paar Jahren auf der Suche nach einer natürlichen Faser. Ihr an Leukämie erkrankter Stiefvater reagierte allergisch auf sämtliche Stoffe. Sie stieß auf Kasein, Milchprotein, und staunte. Kasein wurde schon in den 30ern zu Fasern verarbeitet, dann aber von Nylon und Polyester verdrängt. Die Milch-Idee ließ Anke Domaske nicht los: »Früher steckte in den Stoffen viel Formaldehyd zum Stabilisieren. Das musste doch mit natürlichen Rohstoffen klappen.« Domaske griff zu Nudelmaschine und Milchpulver, stellte einen speziellen Teig her und kurbelte ihn durch die Maschine. Nach unzähligen Versuchen, wissenschaftlichen Tests und  einer ausgiebigen Beschäftigung damit gelang es ihr tatsächlich, dünne Spaghetti-Fäden herzustellen. Aus saurer Milch.

www.amiel.at

Heilendes Hemd: T-Shirt aus Algen, die Vitalstoffe (Mineralsalze und Vitamine) werden laut Hersteller (www.amiel.at) beim Tragen freigesetzt und ziehen in die Haut ein

Lebensmittelverschwendung zu Gunsten von Kleidung musste sie dabei nicht fördern: Knapp zwei Millionen Liter Milch werden in Deutschland jedes Jahr entsorgt, weil Keime eingedrungen sind oder die Milch sauer geworden ist. Domaske optimierte ihre Faser  soweit, dass sie auch eine 60-Grad-Wäsche durchsteht. Zum Stoff verwoben, fühlt sich Milchfaser an wie Seide und reguliert Feuchtigkeit wie Baumwolle. Mittlerweile hat sie in Hannover das Unternehmen QMilk gegründet und einige Preise eingeheimst. Für ein Kilo Milchfaser sind nur zwei Liter Wasser nötig, die Herstellung dauert fünf Minuten. Wie bei anderen Kunstfasern entfällt ein separater Färbeprozess, denn die Farbe wird direkt in den »Teig« hineingegeben – und ist bestenfalls ebenso natürlich. Domaske: »Schwarz ist ja immer die giftigste Farbe. Mit Ruß nicht.« Die Milchfaser verhindert angeblich Bakterienwachstum, verfügt über einen natürlichen UV-Filter und nimmt Feuchtigkeit gut auf. Zudem ist sie kompostierbar.

Anke Domaske hat auch schon eine neue Idee, wie sie das Potenzial ihrer Faser weiter ausschöpfen könnte. Durch verschiedene Aufsätze der Maschine, die die Faser erzeugt. Wieder kann man sich das wie eine Nudelmaschine vorstellen. Die Faser muss also nicht unbedingt als glatte Schnur herauskommen, sondern kann auch mal eine geriffelte oder gezackte Oberfläche haben. Das könnte den Stoff schmutzresistenter machen oder dafür sorgen, dass er sich noch luftiger anfühlt.

In den isländischen Fjorden wachsen massenweise Braunalgen. Die ebenfalls mehrfach ausgezeichnete thüringische Firma Smartfiber erntet die Algenblätter auf ressourcenschonende Weise: Alle vier Jahre schneiden Erntemaschinen nur so viel ab, dass der obere Teil des Algenblattes wieder austreiben kann – die Pflanzen bleiben also  erhalten. Die Erntemaschinen werden mit Schaufelrädern betrieben. Die Algenblätter werden getrocknet, zerkleinert und gemahlen, dann werden sie zusammen mit natürlicher Cellulose zu »SeaCell«-Fasern weiterverarbeitet. Die Fasern aus dem Meer sind vollständig biologisch abbaubar. Und ganz nebenbei umgeht man das Wasserproblem und die Landknappheit.

Rucksack aus Kork: wärmedämmend, atmungsaktiv, leicht. Kork ist das Leder des 21. Jahrhunderts«, sagt der Hersteller (bleed-clothing.com). Kein Tier muss sterben, keine Chemikalien werden verwendet und es gibt keine ausbeuterischen Handelsstrukturen

Rucksack aus Kork: wärmedämmend, atmungsaktiv, leicht. Kork ist das Leder des 21. Jahrhunderts«, sagt der Hersteller (bleed-clothing.com). Kein Tier muss sterben, keine
Chemikalien werden verwendet und es gibt keine ausbeuterischen Handelsstrukturen

Bei Taschen und Schuhen führt oft der Weg am Leder nicht vorbei. In den Edelversionen stammt es von exotischen Tieren wie Rochen, Schlange, Strauß oder Alligator. Die bayerische Firma Salmo Leather fertigt dagegen aus Abfallprodukten der Lachszucht ihr sogenanntes »nanai-Leder«, das aus zertifizierten Biolachsfarmen stammt. Nicht nur Autositze werden damit  bereits überzogen, es gibt auch Lachs-Jacken und -Schuhe, -Rucksäcke und -Handtaschen. Statt mit umweltschädlichem Chrom, wie in der Lederproduktion üblich, wird mit pflanzlichen Stoffen gegerbt – tagelange Chemiebäder entfallen. Besser gefallen dürfte Veganern allerdings das »Leder«, das aus den Fasern von Ananasblättern besteht. Die spanische Designerin Carmen Hijosa hatte die Idee dazu auf den Philippinen. Die Blätter der Ananas sind stabil und bleiben bei der Ernte der Früchte übrig. Warum nicht etwas Sinnvolles daraus machen? Sie entwickelte das Material Piñatex (Piña: Spanisch für Ananas). Fünf Jahre lang hatte sie am Royal College of Art in London daran geforscht, mittlerweile betreibt sie eine eigene Firma, Ananas Anam. Die stellt Bio-Textilien her, von denen auch ländliche Kleinbauern profitieren sollen.

Am Leder-Imitat hat auch das Start-up MycoWorks aus San Francisco getüftelt. Und stellt nun Leder aus Pilzen her. Besser gesagt aus deren Wurzelgeflecht, dem Myzel. Das Leder soll genauso atmungsaktiv, hitzebeständig und strapazierfähig sein wie Tierleder. In vier Jahren soll es massentauglich sein. Und Philipp Ross, der technische Leiter des Unternehmens, hat noch mehr damit vor. Weil sich das Geflecht auch als Plastik-, Stein- und Holzersatz verwenden lässt, kann es theoretisch auch für Schuhe, Autos, Flugzeuge oder Häuser von Nutzen sein. Das Eco-Label Bleed dagegen setzt auf Kork aus Portugal und kreiert Korkjacken, die Lederjacken zum Verwechseln ähnlich sehen. Der Rohstoff wird aus der Rinde von Korkeichen gewonnen und ist nachwachsend – so schneidet Kork besser als Kunstleder ab. Hinzu kommt, dass er atmungsaktiv, strapazierfähig, wasserdicht und leicht ist.

Noch Mitte des vergangenen Jahrhunderts überzog Flachs die Landschaften – die Pflanze, aus der jahrhundertelang Leinen gewebt wurde. Auf der Schwäbischen Alb lag zum Beispiel ein solches Leinenweberzentrum: Die Kleinstadt Laichingen exportierte ihre Ware über den Hafen von Genua hinaus in die weite Welt. Heute ist von der glorreichen Zeit nicht mehr viel übrig. Die verbliebenen Textilunternehmen lassen ihre Produkte in Billiglohnländern fertigen. Flachsfelder sind passé.

Das Schweizer Unternehmen Freitag der Brüder Markus und Daniel Freitag ist eigentlich bekannt für upgecycelte LKW-Planen. Heißt: Alte Planen werden zu schicken Taschen vernäht. Mittlerweile gibt es Freitag-Läden überall auf der Welt. Ein Modell steht sogar im Museum of Modern Art in New York. Doch auf der Suche nach robuster und umweltfreundlicher Arbeitskleidung für ihre Mitarbeiter freundeten sich die Brüder mit dem alten Flachs an. Vor allem in Italien und Tunesien wird Flachs gewebt und gefärbt. Flachs kommt mit dem Regenwasser aus diesen Regionen aus und muss nicht zusätzlich bewässert werden. Außerdem soll die Hose auf dem Kompost verrotten können. Doch sie ist ein kleiner Luxus mit einem Preis von 200 Euro.

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Im Labor der Firma Lenzing (Österreich) werden aus Buchenholz Naturfasern hergestellt

Auch Hanf prägte das Bild in Deutschland über Jahrhunderte hinweg. Hanf hat die tolle Eigenschaft, dass er rasant in die Höhe schießt, Unkraut verdrängt und dadurch Unkrautvernichtungsmittel nicht braucht, den Boden nicht auslaugt und stabile Fasern herausbildet. Abgesehen davon lassen sich alle Bestandteile der Pflanze verwerten. Auch wenn die erste Jeans aus Hanffasern bestand – immer noch denken viele bei dem Material an Klamotten, die wie Säcke am Körper hängen und von zehn Metern Entfernung schon öko aussehen. Hanf kann heute so fein-fließend daherkommen wie Baumwolle. Trotzdem fehlt es ihm noch an Durchsetzungsvermögen. Dabei könnte er in Deutschland angebaut werden. Auch die Nessel wäre eine traditionelle und vielversprechende Pflanze. Schon die alten Ägypter verarbeiteten vor 7 000 Jahren Chinagras zu leichten Fasern und banden damit ihre Mumien ein. Die Nessel ähnelt Leinen, ist reißfest, behält die Form und ist günstiger herzustellen.

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Baum-Wolle: Die farbigen Cellulosefasern der Firma Lenzing sind aus Holz. Sie vereinen die positiven Eigenschaften von Naturfasern mit den Verarbeitungsvorteilen von synthetischen Fasern

Fasern aus Holz sind eigentlich ein alter Hut. Viskose, einst ein günstiger Baumwollersatz, gibt es schon lange. Doch nur weil ein Naturmaterial verwendet wird, ist die Faser noch lange nicht natürlich. Mit vielen chemischen Zusätzen und hohem Energieaufwand muss Cellulose, etwa aus dem rasant wachsenden Bambusholz, gewonnen und zu einem Brei gematscht werden, um daraus wiederum Fasern entstehen zu lassen. Textilforscherinnen der Hochschule Luzern fanden nun heraus, wie Bambus ohne viel Chemie verarbeitet werden kann. Die Halme werden zertrümmert, im Enzymbad lösen sich die harten Reste auf, übrig bleiben feine Fasern. Die österreichische Firma Lenzing aus der Nähe von Salzburg hat ein Verfahren entwickelt, um seine Holzfaser mit dem Produktnamen Tencel, eine sogenannte Lyocell-Faser, möglichst umweltschonend herzustellen. Zwar werden noch immer Lösungsmittel benötigt, aber sie werden laut Lenzing zu 99 Prozent wiederverwendet.

Besonders interessant sind natürlich Fasern, mit denen Resteverwertung betrieben wird – wie bei der sauren Milch und den Ananasblättern. Auch die Überbleibsel aus der Tofu-, Sojamilch- und Sojaölproduktion lassen sich ver-Stoff-wechseln und bestens auf der Haut tragen. Die Fasern gelten als sehr zart und können gut Feuchtigkeit aufnehmen. Problem: Meist ist Soja gentechnisch verändert und wird auf riesigen Flächen angebaut, wofür Regenwald weichen musste.

Auch die Etablierten mischen mit: Adidas macht
Schuhe aus dem Plastikmüll in den Weltmeeren

Adidas hat kürzlich einen Schuh auf den Markt gebracht, dessen Obermaterial zu hundert Prozent aus recyceltem Plastikschrott besteht. Er stammt aus den Ozeanen. Das Öko-Label »Tu&Tu« aus Italien nimmt alte PET-Flaschen als Grundstoff für seidig-glänzende Stretch-Kleider, bedruckt sie bunt und verkauft sie als Luxuskleider.

Brigitte Zietlow vom Umweltbundesamt sagt: »Im Moment sind das noch alles Nischenprodukte, die auch ihre Haken haben. Beispiel Milchfaser: Es wäre besser, gar nicht erst so viel Abfallmilch zu produzieren.« Da hat sie wohl Recht. Die Wegwerfmentalität ist ein großes Hindernis. Hilfreich wäre vermutlich, wenn von allem etwas in Mode kommt: langlebiges Design, recycelte Stoffe aus Kunststoff wie aus der Natur, Bio-Baumwolle, nachwachsende Fasern.

ih, Onyx, Ausgabe September 2016